Genusstraining für Menschen mit einer Essstörung

„Kein Genuss ist vorübergehend. Den Eindruck, den er hinterlässt, ist bleibend“

Johann Wolfgang von Goethe

Der Heilungsprozess einer Essstörung kann viele Monate, manchmal auch Jahre dauern.

Sich auf eine Behandlung einzulassen erfordert Mut.

Oft fällt es nach erfolgreicher Behandlung schwer, das Erlernte im Alltag umzusetzen.

Ich möchte Sie mit meinem Angebot im Rahmen der Nachsorge unterstützen, so dass Sie Ihrem Ziel, ein selbstbestimmtes, unabhängiges, genussvolles Leben zu führen, näherkommen.

Meine Arbeit basiert auf einer langjährigen Erfahrung mit Menschen, die an einer Essstörung leiden.

Dieser Kurs richtet sich an Menschen mit einer Essstörung, die bereits eine Behandlung in einer Klinik für Essstörungen gemacht haben oder sich in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung befinden.

Die Kurse werden homogen entsprechend der Erkrankung durchgeführt. So finden sich in einem Kurs Menschen mit einer Binge Eating Disorder und in einem separaten Kurs, Menschen mit einer Anorexie, Bulimie oder Bulimarexie zusammen. Das Verständnis füreinander, das Gefühl “im gleichen Boot zu sitzen” und auch das Vertrauen kann so gestärkt werden.

Informationen zum Kurs:
Kosten: 240,- Euro
Dauer: 8 Termine á 90 Minuten
Workshop Genusstraining

Für alle Interessierten, die das Genusstraining kennenlernen möchten, biete ich einen Workshop an „Ein Tag mit allen Sinnen“.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Kosten: 160,- Euro
Dauer: 7 Stunden

Ron Ramsay, ein in Süd-Afrika geborener Psychologe erläuterte Anfang der 1970er Jahre seinen Ansatz Studierenden in Marburg. Er hatte ein Therapieprogramm für Übergewichtige entwickelt. Es war den Teilnehmern erlaubt, alles zu essen, worauf sie Appetit hatten. Die einzige Bedingung war, langsam und mit Genuss zu essen. Der Genussaspekt veränderte das Essverhalten. Die Sättigung konnte wieder wahrgenommen werden, die Kalorienaufnahme sank.

Auf dieser Basis der Erfahrung entwickelten die Psychologen Rainer Lutz und Eva Koppenhöfer 1983 „Die kleine Schule des Genießens“.

Deren Grundlage bildet eine Beobachtung mit stark depressiven Menschen, die sich weder verbal noch non-verbal anderen Menschen zuwandten. Bekamen sie starke Düfte unter die Nase gehalten, war es ihnen möglich, sich sozial einzulassen.

Genusstraining wird mittlerweile bei einer Reihe von anderen Erkrankungen eingesetzt wie Zwangserkrankungen, Essstörungen, Schmerzstörungen, psychosomatischen Erkrankungen, Erschöpfungssyndrom und Alkoholabhängigkeit.

Für Menschen, die von Krankheiten oder Funktionseinschränkungen betroffen sind, kann das Genusstraining im Alltag viel zur Lebenszufriedenheit beitragen. Positives wird fokussiert und die Wahrnehmung geschärft.

Aber auch im Rahmen der Gesundheitserhaltung und -prävention kann Genussfähigkeit und -fertigkeit und die regelmäßige Integration in den Alltag vor negativen Auswirkungen vieler Stressoren schützen.

Es stellt sich womöglich die Frage, warum es für das Genießen ein spezielles Training braucht. Die Fähigkeit zu genießen immer wieder zu trainieren führt dazu, dass der Genuss eine bewusste Erfahrung bleibt und nicht zu etwas Selbstverständlichem oder Gewöhnlichem wird.

Für Menschen, die sich mit dem Genießen schwertun, ist es eine Notwendigkeit, um sich ein Stück Lebensqualität zurückzuholen.

Das Alltagsleben ist schnell, manchmal viel zu schnell. Eine unglaubliche Menge an Eindrücken und Reizen muss zwischen Aufstehen und dem Schlafengehen verarbeitet werden. Unter Umständen bleibt wenig Zeit, all dies zu sortieren, bewusst wahrzunehmen und vielleicht zu genießen. Grund genug also, sich diese Zeit zu nehmen und das Leben wieder mit allen Sinnen zu erfahren.

„Sind Sie neugierig geworden und möchten mehr über uns erfahren?“