Achtsamkeit MBSR

„Achtsamkeit ist von Augenblick zu Augenblick gegenwärtiges, nicht urteilendes Gewahren, kultiviert dadurch, dass wir aufmerksam sind.“

Jon Kabat Zinn

In diesem Kurs lernen Sie das von Jon Kabat-Zinn entwickelte Programm MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction)  „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ kennen, das seit 1979 weltweit Anerkennung erlangt hat.

Viele wissenschaftliche Studien ergaben, dass MBSR die Lebensqualität der Teilnehmer nachhaltig verbessert.

Viele Menschen befinden sich in einem „Hamsterrad“, wo ständiger Zeitdruck, hohe Erwartungen im Beruf und Privatleben dazu führt, dass wir kaum noch die Zeit und die Muße haben, um uns um unsere Bedürfnisse und Wünsche zu kümmern. Wir funktionieren im gewohnten hohen Tempo weiter und bemerken oft gar nicht, wie das Leben rasant an uns vorbeirauscht.

Im „Kreislauf des unaufhörlichen Denkens“ wünschen wir uns, einmal inne halten zu können und uns unserer eigenen Gefühle, Gedanken und Handlungen bewusst zu werden.

Achtsamkeit hilft dabei eine innere Haltung einzunehmen und somit gewohnte Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und so ein neues Verständnis für uns selbst zu entwickeln.

Ein waches Anwesend sein im Hier und Jetzt ermöglicht uns, Situationen, Gedanken und Gefühle offen und liebevoll wahrzunehmen und diesen ohne Bewertung zu begegnen.

Informationen zum Kurs

Kosten: 340,- Euro

Dauer: 8 x 90 Minuten

Zusätzlich: ein Achtsamkeitstag (Retreat) von 10:00 – 16:00 Uhr

MBSR ist die Abkürzung für Mindfulness Based Stress Reduction also die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion. Es ist ein spezielles standarisiertes 8-wöchiges Programm, welches von dem amerikanischen Professor und Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn entwickelt wurde. Er gründete 1979 die Stress Reduction Clinic an der University of Massachussets Medical School und begann dort die Achtsamkeitspraxis bekannt zu machen, in dem er seine wissenschaftlichen Kenntnisse mit Anteilen und Erfahrungen aus dem Buddhismus, dem Hatha Yoga, Vipassana und Zen-Meditation lehrte. Das Programm war zunächst für chronische Schmerzpatienten gedacht und erwies sich im Laufe der Zeit für eine ganze Reihe Patienten als sehr hilfreich. Patienten mit Depressionen, solche die an  Burnout litten oder auch Patienten mit schweren Herzerkrankungen profitierten von dem Programm. Heute ist das Verfahren wissenschaftlich anerkannt und etabliert und wird auf der ganzen Welt gelehrt.

Achtsamkeit ist mehr als Aufmerksamkeit und Konzentration. Sie umfasst den ganzen Menschen mit all seinen Sinnen, mit seiner ganzen Bewusstheit und Existenz.

“Achtsamkeit bedeutet, sich dem unmittelbaren Augenblick mit einer nicht wertenden annehmenden Haltung zuzuwenden – dem, was wir gerade tun, ohne in Grübeleien, Erinnerungen oder Zukunftsplänen gefangen zu sein. Man ist einverstanden mit dem, was gerade ist – unabhängig davon, ob eine Situation gerade angenehm oder unangenehm ist.”

Jon Kabat-Zinn

Die innere Einstellung, das eigene Engagement und die Präsenz im Hier und Jetzt sind von grundlegender Bedeutung für die Achtsamkeitspraxis.

Es gibt sieben Grundhaltungen des Achtsamkeitstrainings, die auch als die sieben Säulen der Achtsamkeit bezeichnet werden.

  • nicht urteilen – hier geht es darum, die Dinge wertfrei zu betrachten. Dafür müssen wir zunächst erkennen, dass wir fast ununterbrochen damit beschäftigt sind unsere Erfahrungen im Innen und Außen zu bewerten und auf diese zu reagieren. Der erste wichtige Schritt ist also, ein Bewusstsein darüber zu erlangen und zu lernen, dies mit Abstand zu betrachten – als neutraler Beobachter.
  • Geduld – hier ist die Geduld mit sich selbst gemeint. Alles braucht seine Zeit. Veränderungen brauchen Zeit. Zeit zu verstehen, zu akzeptieren und sich zu entfalten.
  • Anfängergeist – jeder Augenblick ist einzigartig, keiner gleicht dem anderen. Diesen zu betrachten, als wäre es das erste Mal, darum geht es beim Anfängergeist. Kinder haben diese Fähigkeit. Sie können dem Moment ihre volle, offene und neugierige Aufmerksamkeit schenken. Sie haben keine vorgefassten Meinungen und Denkmuster, die sie den Dingen überstülpen. Sie sind frei von Erwartungen
  • Vertrauen – es geht darum der eigenen inneren Stimme zu vertrauen, seinen Gefühlen und Bedürfnissen. Was möchte ich? Was tut mir gut? Was ist für mich stimmig? Den Signalen des Organismus zu vertrauen bedeutet, ihnen Gehör zu schenken, eine Daseinsberechtigung zuzugestehen und diese ernst zu nehmen.
  • nicht erzwingen – unser Tun ist in der Regel zielgerichtet und zweckgebunden. In der Achtsamkeitspraxis geht es um ein aktives Nicht-Tun, um das „so sein“ wie man eben schon ist. Um dies zu erreichen, entwickeln wir bewusst eine Haltung des Beobachtens. Wir versuchen die Dinge so zu sehen, wie sie sind, von Augenblick zu Augenblick. Es geht dabei nur darum aufmerksam zu verfolgen, was gerade geschieht, ohne irgendwo hingelangen zu müssen.
  • Akzeptanz – das bedeutet den gegenwärtigen Augenblick, mit dem was ist, anzunehmen und zwar ohne ihn verändern, abzulehnen oder anders haben zu wollen. Es bedeutet nicht, alles gutzuheißen, zu resignieren und sich mit allem abzufinden. Hier geht es eher um eine Bereitschaft eine bewusste Entscheidung zu treffen, die Dinge bedingungslos anzuerkennen und der Realität ins Gesicht zu schauen.
  • Loslassen – unser Geist ist sehr umtriebig und beschäftigt sich gerne mit Vergangenem oder Zukünftigen, mit erfreulichen und nicht erfreulichen Gedanken, Gefühlen und Situationen. Während bei den erfreulichen Gedanken unser Geist versucht, etwas aufrecht zu erhalten und die Situationen immer wieder durchspielt, versucht er umgekehrt die nicht erfreulichen Situationen loszuwerden und am besten gar nicht aufkommen lassen. In der Achtsamkeit geht es beim Loslassen zunächst um das Zulassen, das Akzeptieren und das Beobachten. Wir beobachten, was passiert, versuchen nicht zu werten. Wir nehmen wahr und hängen den Gedanken und Gefühlen, den Bewertungen dazu nicht weiter nach und lassen los.

Zu den sieben Säulen der Achtsamkeit zählt Jon Kabat Zinn noch weitere geistige und seelische Qualitäten auf, die zur Erweiterung und Vertiefung der Achtsamkeit in uns beitragen: Rücksichtnahme, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Duldsamkeit, Versöhnlichkeit, Wohlwollen, Gelassenheit, Mitleid und Mitfreude.

Für mich persönlich wichtig sind noch die Punkte Selbstliebe und Selbstmitgefühl.

Der liebevolle Umgang mit sich selbst steht hier im Vordergrund.

„Sind Sie neugierig geworden und möchten mehr über uns erfahren?“